Eisenbahnmuseum
Das Eisenbahnmuseum im und am Lokschuppen in Norden besteht seit
1998. Das Museum umfaßt eine Ausstellung von historischen Fahrzeugen und Gleisbaugeräten
in der großen Lokomotivhalle, eine Sammlung von Eisenbahnobjekten und alten Dokumenten in
einem besonderen Ausstellungsraum, das wieder aufgebaute Stellwerk Norden
Mitte, sowie verschiedene historische technische Anlagen auf dem Freigelände.
| Öffnungszeiten 2010 |
| Reguläre Öffnungstage |
| - 6. Juni bis 17. Oktober, Sonntags von 12.00 bis 17.00 Uhr |
| Sonderveranstaltungen |
| - 30. Mai ( Sonntag): Tag des Eisenbahnfreundes,
von 10.00 bis 18.00 Uhr |
| - 12. September ( Sonntag): Tag des offenen
Baudenkmals, von 10.00 bis 12.00 & 14.00 bis 17.00 Uhr |
| Außerhalb der vorgenannten Öffnungszeiten
können Sie den Lokschuppen und das Außengelände während der Arbeitszeit des
Betriebswerkes, jeweils Samstags von 9.00 bis 12.00 besuchen. In dieser Zeit finden jedoch
keine Führungen statt. |
| Gruppenführungen
außerhalb der regulären Öffnungszeiten sind nach Vereinbarung möglich.
Setzen Sie sich hierzu bitte mit unserer Geschäftsstelle in Verbindung. |
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| Eintrittspreise |
- Erwachsene(r):
- Kind (4- 12 Jahre): |
1,50
0,50 |
| - Ermäßigungen für Gruppen auf
Anfrage |
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Ort
Lokschuppen der MKO am Bahnhof Norden
Am Bahndamm 4
26 506 Norden |
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Leitung des Museums
Manfred Blonn Matthias Räth |
Baudenkmal Lokschuppen am Bahnhof Norden
Zur Inbetriebnahme der Ostfriesischen Küstenbahn im Jahre 1883 wurde
auch die Einrichtung eines Bahnbetriebswerks im Bahnhof Norden notwendig.
Es wurden neben den erforderlichen Behandlungsanlagen ein zweiständiger
Rechteckschuppen errichtet, der sich ungefähr an der Stelle befand, wo heute das Norder
Fahrdienstleiterstellwerk steht.
Da diese Einrichtung schon bald nicht mehr ausreichte, wurde in den
Jahren 1911/ 12 auf dem gegenüberliegenden Gelände ein neuer, vierständiger
Rundlokschuppen errichtet. Der Bau des Lokschuppens erfolgte nach einer Musterzeichnung
der Preußischen Staatsbahn Direktion Münster, die an den bereits bestehenden Lokschuppen
des Bahnbetriebswerks Osnabrück angelehnt war. Die Bauausführung erfolgte durch das
ortsansässige Unternehmen Johann Wilken. Die Bauabnahme erfolgte am 8. Januar 1912.
Es entstand ein beachtliches Bahnbetriebswerk (Bw), dessen Blütezeit zu
Beginn der fünfziger Jahre des vorigen Jahrhundrts lag. Das Bw besaß außerdem eine 20 Meter Drehscheibe, einen
Wasserturm, eine Bekohlungsanlage mit zwei Drehkränen und diverse Nebengebäude.
Der Lokschuppen besaß vier Grubengleise. Am Ende des vierten Gleises
wurde in den Jahren 1942/ 43 eine Lehrwerkstatt eingerichtet.
Der alte Rechteckschuppen wurde noch weiter als Werkstatt genutzt und
Ende der dreißiger Jahre schließlich abgebrochen.
Es waren in erster Linie Tenderlokomotiven, die hier beheimatet waren.
In den ersten Jahren waren es die preußischen Baureihen T 5 und die T 11/ 12 (BR 74).
Im Jahre 1923 wurden Norden die ersten beiden T 18 (BR 78) zugewiesen.
Leistungen der beheimateten Loks waren neben der Küstenbahn auch Züge in Richtung Emden/
Leer oder Norddeich Mole. Die T 5 wurde in der ersten Hälfte der zwanziger Jahre
abgezogen, so daß das Bw nur noch Loks der Baureihen 74 und 78 besaß, die es mit kleinen
Bestandsveränderungen bis zu seiner Auflösung als eigenständige Dienststelle behielt.
Im Herbst 1949 hatte das Bw noch einen Personalbestand von 115 Personen.
Der Unterhaltungsbestand an Lokomotiven sah am 15.3. 1950 noch folgende Loktypen vor: zwei
Loks der Baureihe 74 und sieben der Baureihe 78. Durch den verstärkten Einsatz der
Schienenbusse auf der Küstenbahn ab Sommer 1952 verlor das Bw seine Bedeutung. Als
selbständige Dienststelle wurde es 1954 aufgelöst und in eine Außenstelle des Bw Emden
umgewandelt. Die wenigen in Norden noch beheimateten Lokomotiven wechselten größtenteils
nach Emden.
In der folgenden Zeit wurde es mehr und mehr zurückgebaut. Die
Drehscheibe wurde entfernt und alsbald wurde auch die Bekohlungsanlage und andere zum Bw
gehörende Bauten aufgelassen und abgebrochen. Die Untersuchungsgruben im Lokschuppen
wurden zugeschüttet und mit einer Betondecke versehen. Die Schuppenstände 2 und 4
verloren ihren Gleisanschluß, wobei das vierte Gleis vollständig unter Beton verschwand.
Schließlich wurde im Oktober 1984 der Wasserturm gesprengt, da weder die damalige
Deutsche Bundesbahn noch die Stadt Norden, der das Bauwerk zu einem symbolischen Preis
angeboten worden war Interesse an einer weiteren Unterhaltung hatten. Eine Initiative des
Norder Kunstkreises zur Nutzung als Galerie wurde nicht weiter in Betracht gezogen.
Zu den zum Bw gehörenden Gebäuden gehörten außerdem das von uns
restaurierte Nebengebäude an der Westseite, das früher als Sozialgebäude für Lok- und
Bw-Personal diente und das wieder errichtete Stellwerk Nm Norden Mitte.
Das Stellwerk Nm wurde mit der Inbetriebnahme des neuen Stellwerks Nf
Norden Fahrdienstleiter (Nf) am 20.10. 1954 außer Dienst gestellt und später
bis auf den Unterbau abgebrochen.
Bis Anfang der siebziger Jahre kam es noch vor, daß Dampflokomotiven,
vornehmlich der Baureihe 50 des Bw Emden, zum Ergänzen der Vorräte auf das Gelände
kamen. Das Bekohlen geschah mit Hilfe bereitgestellter offener Güterwagen und des noch
vorhandenen Kohlenkrans.
Bis Anfang der achtziger Jahre kamen immer noch ein paar Loks der BR
211/ 212 oder Triebwagen der Reihe 624 umlaufbedingt auf das Bw-Gelände.
Nach Auflösung des Norder Betriebwerkes diente der Lokschuppen den
verschiedensten Zwecken:
Fahrzeugunterstell- und Lagerraum für die Bahnmeisterei, Kunstdüngerlager eines
Landhandels und Winterlager für Sportboote. Seinem ursprünglichen Zweck kam der
Lokschuppen erst im Jahre 1990 wieder näher, als es der Museumseisenbahn
Küstenbahn Ostfriesland e.V. gelang, das Bauwerk von der Deutschen Bundesbahn
anzumieten. Zwar werden hier heute keine Dampfloks mehr unterhalten, jedoch bietet der
Lokschuppen Unterkunft für die betriebsfähigen Dieselloks, die Fahrzeuge der Sammlung
und die Werkstatt der Museumseisenbahn. |